Chain of Command: At the Sharp End Review

Heute werde ich einen kurzen Abriss der Kampagnenerweiterung für Chain of Command präsentieren. Das Ding heißt At the Sharp End und ist viel mehr als nur eine Auflistung von Szenarien. Dieses PDF gibt Spielern die nötigen Werkzeuge und Inspiration um Chain of Command Kampagnen auf den Tisch zu bringen. Los geht’s.

Chain of Command WW2 skirmish

Kampagnen

Gerade in Skirmishspielen hat das Kampagnenspiel große Auswirkungen auf das eigene Spielverhalten. Der Fokus verschiebt sich vom unmittelbaren Spielausgang auf das nächste Spiel. Das bedeutet, dass Spieler oft schneller entschieden werden (weil Spieler schneller bereit sind sich zurückzuziehen, um Schlimmeres zu vermeiden), selten gibt es verzweifelte Angriffe oder einzelne Gruppen die bis zum letzten Mann kämpfen.

In der Kampagne muss man halt auf seine Leuts schauen. Gewissermaßen beginnen einzelne Spiele viel wichtiger zu werden, und es entwickelt sich ein alles überspannendes Narrativ. Dadurch erhalten heldenhafte Momente mehr Gewicht, Siege und Niederlagen bekommen eine neue Dimension, das ganze Spiel wird nicht nur realistischer, sondern auch spannender.

Grundsätzlich würde ich also immer empfehlen diese Art von Kampagnen zu spielen. Es hat schon einen Grund, weshalb Kampagnen in Tabletop/Wargamingkreisen so hoch angesehen sind. Und At the Sharp End ist ein unheimlich nützliches Dokument um uns dabei zu helfen.

Inhalt

Das Buch (bzw. das PDF-Dokument von knapp 50 Seiten) ist in vier Kapitel unterteilt, wie ihr hier sehen könnt:

Chain of Command WW2 skirmish

Schreibe eine Beschriftung…

Section One – The Ladder Campaign

Dieses Kapitel beschäftigt sich mit verschiedenen Organisationsweisen für Kampagnen. Vom simplen Aneinanderreihen der Szenarien aus dem Regelbuch in einer Weise, so dass es Sinn ergibt, über das Benutzen von simplen Karten, bis hin zum heiligen Gral des Wargaming – einer großen, ausgearbeiteten kartenbasierten Kampagne, basierend auf historischen Ereignissen zu einer ganz bestimmten Kampagne.

Dieses Kapitel mag sich etwas trocken anhören, aber es bietet die Grundlage für all eure Kampagnen, so simpel oder aufwändig wie ihr möchtet. Dabei nimmt es dem ersten Schritt in’s Kampagnenspiel viel von seinem Schrecken, indem es einfach verschiedene Wege aufzeichnet wie man das Ganze anlegen kann.

Section Two – In the Field

Nachdem es im ersten Kapitel darum ging wie man die Kampagne anlegt geht es im zweiten Kapitel darum wie man sie konkret spielt. Es wird erklärt was Spieler zwischen den Spielen machen, ein System für Verstärkungen und Ersatz für Gefallene wird dargelegt.

Die existierenden Szenarien werden um Regeln erweitert um sie kampagnentauglich zu machen, sowie um Ereignisse und deren Auswirkungen auf die Kampagne. Dem folgen einige Dinge um den Kampagnen Charakter zu verleihen: Kriegsgefangene und Auszeichnungen für Performance im Gefecht (Man könnte sagen, dass sie einem zeigen wo die eisernen Kreuze wachsen.)

Chain of Command WW2 skirmish

Section Three -Men under Fire

In diesem Kapitel kommt ein gewisser Rollenspielaspekt rein. Im Grunde verkörpert der Spieler ja den Zugskommandanten. Hier finden sich zahlreiche Tabellen um (nach Nationalität aufgeschlüsselt) für diesen einen Hintergrund, Alter, physische Erscheinung und geographische Herkunft auszuwürfeln. Das kann man natürlich für jeden weiteren Mann im Zug machen wenn man möchte. Absolut empfehlenswert um den Senior Leaders und Junior Leaders Charakter zu verleihen.

Außerdem wird hier drei sehr wichtigen Faktoren Rechnung getragen, die man immer beachten sollte:

Die Meinung der Vorgesetzten

Natürlich hat sich jeder mit Vorgesetzten auseinanderzusetzen, deren gestrenger Blick auf der Performance des Zugskommandanten ruhen. Siege und Niederlagen im Gefecht werden diesen Eindruck der Vorgesetzten beeinflussen. Ein hochgeschätzter Zugskommandant wird für wichtigere Einsätze herangezogen und mit mehr Unterstützung versorgt, während ein als unfähig erachteter Kommandant eher zur Seite geschoben wird und ihm weniger Ressourcen zukommen.

Chain of Command WW2 skirmish
…natürlich können Vorgesetzte auch einfach wahnsinnig sein, und einem das Leben schwer machen. (Aus: Blackadder goes Forth, BBC)

Macht ein Zugskommandant mit ständigen Siegen von sich Reden kann es passieren, dass er zum Stabsoffizier berufen wird, während sehr unglückliche Kommandanten nach einer Serie von Niederlagen ihres Kommandos enthoben werden.

The Opinion of the Men

Chain of Command WW2 skirmish
Aus: The Thin Red Line, 20th Century Fox

Ein weiterer und unmittelbarer Faktor ist das Verhältnis der Untergebenen zum Zugskommandanten. Dieses wird hauptsächlich durch Verluste beeinflusst. Kurz gesagt: Ein Offizier der im Ruf steht seine Leute sinnlos zu verheizen wird nicht besonders beliebt sein. Geht das zu lange so kommt es zu negativen Auswirkungen auf die Force Morale bzw. im Extremfall zum vorzeitigen und mysteriösen Ableben des Offiziers.

There are two kinds of officers, sir: killin’ officers and murderin’ officers. Killin’ officers are poor old buggers that get you killed by mistake. Murderin’ officers are mad, bad, old buggers that get you killed on purpose – for a country, for a religion, maybe even for a flag.

Rifleman Patrick Harper

Deine eigenen Ansichten

Nicht zuletzt ist auch der eigene Gemütszustand des Zugskommandanten ausschlaggebend. Sein eigener Blick auf den Kriegsverkauf bzw. seine eigene Rolle darin. Dies wird durch eine Matrix dargestellt auf der die Ansicht des Kommandeurs über den Verlauf der Geschehnisse in den Spielen verfolgt wird. Die Resultate daraus können sich auf die Force Morale auswirken oder zu bestimmten Ereignissen führen.

Chain of Command WW2 skirmish
Aus: Steiner – Das Eiserne Kreuz , Constantin Film

Section Four – Building a Campaign

Im letzten Kapitel beschreibt der Autor Schritt für Schritt wie er eine Kampagne erstellt. Eine sehr nützliche Zusammenfassung um alles was uns im Laufe des Buchs präsentiert wurde zu einem hübschen Paket zusammenzuschnüren.

Chain of Command WW2 skirmish
Eine Karte von Aachen von 1944. Maßstab 1:50.000. Die ganze Karte gibt’s hier: http://www.oldhickory30th.com/Aachen%201944%20MAP.jpg Dieser oder der Maßstab 1:25.000 sind perfekt für Kampagnenkarten für Chain of Command. Wenn man sich diese Gegenden in Google Earth ansieht bekommt man nochmal einen besseren Eindruck für das Gelände.

Meine Meinung

At the Sharp End ist ein extrem nützliches Dokument; bis zum Rand gefüllt mit Ideen für eure Tabletopkampagnen. Dabei beziehen sich die Regeln garnichtmal so stark auf Chain of Command im Speziellen, folglich ist At the Sharp End nützlich für andere Spiele im 2.Weltkrieg auf Zugs-Ebene, und sogar darüber hinaus. . 

Bei GBP 9,60 für das 47-Seitige PDF ist das Preis-Leistungs-Verhältnis exzellent. Ich bin ein riesiger Fan von Chain of Command Kampagnen, und ich glaube, dass man so das ansich schon exzellente Chain of Command mit einer Kampagne (eine ganz simple reicht komplett aus) nochmal interessanter und witziger zu spielen macht.

Chain of Command WW2 skirmish

 

Danke, dass ihr reingeschaut habt; ich hoffe ihr findet den Review nützlich und interessant. Wenn ihr irgendwelche Fragen oder Anregungen habt – gleich unten sind die Kommentare. Außerdem könnt ihr mich über die Tabletop Stories Facebookseite, die Battle Brush Studios Facebookseite, Battle Brush Studios direkt, oder per e-mail erreichen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code