Sellswords & Spellslingers: In der Falle!

Mittlerweile sind die Spiele von Sellswords & Spellslingers zu einer zweiwöchentlichen Sache geworden. Wir machen mal weiter, um zu sehen, wie sich die Geschichte unserer Helden entwickelt.

Was bisher geschah…

Roland Metternich stellte für ein Minimum an Bargeld eine Bande mit maximaler Vielfalt ein, die ihn auf der Reise in ein fernes Land begleiten sollte. Von einem kürzlich verstorbenen (und bis dahin unbekannten) Onkel wird ihm eine beträchtliche Erbschaft versprochen, die er persönlich abholen will.

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Prügler Garglurk, ehemaliger Blitzer bei den Orcland Raiders, wollte die Stadt sowieso so schnell wie möglich verlassen. Yorimasu, in Ungnade gefallener und daher reisender Meister-Bogenschütze, sucht einen Weg, um seine Ehre wiederherzustellen. Und Tasha die Hexe befindet sich auf einer streng geheimen Mission, um eine Quelle uralter magischer Kräfte zu finden.

Um Behörden und Schuldeneintreiber loszuwerden, die hinter ihnen her waren, flohen unsere Abenteurer heldenhaft in die Wälder. Dort trafen sie auf einen Stamm bösartiger Tiermenschen.

 

Kampagnenphase

Nachdem sie heldenhaft der Versklavung durch die wilden Kinder des Chaos (und einen großen grünen Troll) entkommen waren, hielten sie bei einer Köhlerhütte an, um zu rasten. Im Gegenzug bat der Besitzer der Hütte unsere Helden, 10 Riesenratten zu töten, die sich irgendwie in seinen Keller eingeschlichen hatten. Seitdem hatte er zu viel Angst davor, dorthin hinunter zu gehen, um an sein Marmeladenglas zu gelangen.

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Ein Kinderspiel. Die Helden stürmten hinunter in den Keller. 10 Minuten gefüllt mit lautem Geschrei, Quietschen, Zertrümmern von Marmeladengläsern und Regalen später tauchten unsere Helden etwas angeschlagen, aber siegreich wieder auf. Die Ratten wurden erschlagen, aber Roland und Yorimasu waren gebissen worden und fühlten sich einige Tage lang unwohl (krank). Der Köhler gab unserer Gruppe eine Handvoll Silbermünzen, hauptsächlich, damit sie weggehen.

Als er die Helden auf den Weg zum nächsten Dorf schickte, erwähnte er, dass der Bürgermeister dieses Dorfes für jeden erschlagenen Tiermenschen ein stattliches Kopfgeld zahlte. Vielleicht etwas, das man sich merken sollte.

Nach den Regeln ist folgendes passiert: Wir haben uns für all unsere Charaktere für die Kampagnenaktion „Ungeziefervernichter“ entschieden. Es ist eine nette Art, etwas Geld zu verdienen, und das Risiko ist überschaubar. Schafft man den Wurf nicht, hat man sich was eingefangen und muss einen Malus auf Aktivierungswürfe für das nächste Spiel hinnehmen. „Bei der Stadtmiliz anheuern“ ist eine sicherere Option, aber wir sind so etwas wie gesetzlose Helden. Trotz der Tatsache, dass wir es so hätten drehen können, dass es zur Situation unserer Gruppe passt, waren wir der Meinung, dass die Sache mit dem „Ungeziefervernichter“ besser zur Gruppe passt und mal was anderes ist.

Also auf zu neuen Abenteuern.

 

Das Szenario

Einige Stunden reisen unsere Helden weiter durch die Wälder. Schließlich erreichen sie die Felder rund um das Dorf. Tasha hatte es satt laufen zu müssen und ständig Zweige und Gestrüpp aus ihrem schönen Umhang und ihren Haaren zu fummeln. Währenddessen ging Prügler allen auf die Nerven indem er aufgeregt darüber plapperte was er alles mit der Dorfschenke vorhatte. Roland und Yorimasu schwiegen hauptsächlich, weil sie sich sehr, sehr unwohl fühlten, während Prügler die Feinheiten des orkischen Flunkyball erklärt.

Während alledem merken sie nichts von der Aktivität im Wald um sie herum – die Tiermenschenhorde war ihnen immer noch auf den Fersen und fest entschlossen, diesmal unsere Helden zu fangen. Als die Gruppe auf einer Lichtung ankam, griffen die Biester an.

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„Beastmen“ von wiggers123 ( https://www.deviantart.com/wiggers123 . Seht euch sein Zeug an; das sind gute Sachen!)

 

Hier der Tisch:

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Unsere Helden beginnen das Spiel an der unteren Tischkante. Im Spielbereich gibt es acht felsige Erhebungen (auf dem Foto etwas schwer zu erkennen), deren Spitzen durch die Kieselsteine angedeutet sind. Charaktere, die sich auf diesen Unebenheiten befinden, erhalten einen Kampfbonus für die erhöhte Position. Die Erhebungen sind allerdings durch etwas rutschig, so dass die Möglichkeit besteht, dass die Charaktere ausrutschen und fallen, wenn sie oben sind.

Es befinden sich wir drei Bestigors (noch größere, noch bösere Tiermenschenkrieger) um die mittlere Erhebung herum…

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…zwei Gruppen von Ungors (kleinere, drahtigere und hinterhältigere Tiermenschen). Die Gruppe mit der Fahne ist zudem mit Kurzbögen ausgestattet. Dazu laufen auch noch einige einzelne Ungors herum.

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Sogar der eine oder andere Goblin hat sich sich den Tiermenschen angeschlossen, einfach weil sie keine Gelegenheit auslassen wollten, etwas Böses zu tun.

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Keine Möglichkeit zu entkommen. Diese Tiermenschenhorde ist kleiner als letztes Mal, also stellen sich die Helden zum Gefecht auf Leben und Tod.

Dieses ist das Szenario „Orcs and Slippery Stones“, direkt aus dem Sellswords&Spellslingers-Regelbuch.

 

Das Spiel

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…beginnt mit einem hinterhältigen Tiermenschen, der Roland von hinten angreift, aber Tasha streckt die Kreatur mit einem magischen Geschoß nieder. Danach rücken sie und Yorimasu in eine gute Schussposition vor, damit sie die weitaus gefährlicheren Bestigors unter Beschuss nehmen können.

Bei einem der ersten Schüsse reißt die Sehne an Yorimasus teufelzerstörendem Bogen der Himmel. Mist.

Auch Prügler rennt vorwärts, denn genau das tut er. Der Bestigor wird durch Pfeile (sobald der Bogen mit einer Ersatzbogensehne repariert ist) und magische Geschoße verwundet, und Prügler  beendet die Sache mit einem rechten Haken.

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Roland folgt, um gute Ratschläge zu geben und anzuführen. Außerdem entdeckt er zwischen den Felsbrocken neben dem niedergestreckten Bestigor ein besonders hübsches Artefakt.

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Roland schnappt sich den schönen Schatz, Prügler das Artefakt und sie veranstalten einen umständlichen Handschlag der viel uncooler aussieht als sie sich das vorstellen.

Während Yorimasu und Tasha abwechselnd vorwärts rennen und schießen (natürlich reißt die Bogensehne nochmal, wird aber wieder ersetzt), spürt der Feger aus Fernost einen heftigen Schlag gegen sein linkes Bein, gefolgt von einem stechenden Schmerz. Eine Bärenfalle. Typische Tiermenschen. Er verliert einen Trefferpunkt und seine Bewegungsgewindigkeit wird für den Rest des Spiels reduziert.

Von weit her hinter einem Hügel stürmt einer der Goblins heran. Durch sein irres Gekichere und das Getrampel auf den Felsen erzürnt er scheinbar den rachsüchtigen Geist eines erschlagenen Helden aus ferner Vergangenheit. Der Verstorbene taucht als schreckliche Erscheinung auf, zieht den Kobold in den Felsbrocken und beide verschwinden.

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Nun, das ist seltsam. Aber da keiner unserer Helden direkt betroffen war und da sie ohnehin genug zu tun haben, beschließen sie, dieses Ereignis zu ignorieren.

Besonders jetzt, wo die Ungor-Bogenschützen in Schussweite kommen. Zwei der Geschöpfe feuern Pfeile auf Roland ab, aber sie prallen von seiner dicken Rüstung und der seines Rosses ab.

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Der dritte der Ungors bekommt keine klare Schusslinie auf Roland, so dass er auf Yorimasu anlegt. Dieser bleibt gänzlich ungerührt, denn auf dieser Entfernung träfe eine so unehrenhafte Kreatur nicht einmal einen Elefant-ARGH! Yorimasu verliert einen weiteren Trefferpunkt.

Äußerst peinlich. Yorimasu setzt den Schützen außer Gefecht und Roland und Plünderer stürmen zu den beiden anderen Ungor-Bogenschützen. Einer von ihnen erweist sich als besonders groß (for Ungorverhältnisse).

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Die Kreaturen werden trotzdem niedergemacht. Das bedeutet, dass es jetzt generell ziemlich gut aussieht – wir müssen nur noch die restlichen Gegner wegräumen.

Tasha wendet sich der letzten letzte Horde von Ungor-Kriegern zu, um magische Pfeile auf sie zu werfen. Yorimasu tut es ihr gleich. Sie sind weit weg, also läuft er in Richtung Tasha los – und tritt auf einen giftigen Skorpion. Da geht der letzte Trefferpunkt dahin und der Bogenschütze geht wenig heldenhaft zu Boden.

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Prügler rennt los, um die Ungorhorde aufzumischen, Roland rückt zu Yorimasu auf, um ihm wieder aufzuhelfen.

…als eine neue Ungor-Horde den Tisch betritt. Die erste Horde steigt auf einen der Hügel, und bekommt einen schicken Kampfbonus.

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Prügler und Tasha versuchen, einzelne Ungors aus der Horde herauszulocken, um sie einzeln bekämpfen zu können. Jeder Wahrscheinlichkeit zum Trotz funktioniert das sogar ganz gut.

Währenddessen schaut Roland nach Yorimasu, der ziemlich verletzt ist, aber wieder auf die Beine kommt.

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Durch einen weiteren seltsamen Vorfall taucht der Kobold, der vorher vom Gespenst Gott weiß wohin geschleppt wurde, wieder genau an der Stelle auf, von der er verschwunden ist. Er ist ziemlich zerzaust und ein bisschen wütender als zuvor, aber ansonsten scheint er in Ordnung zu sein.

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Tasha versucht, die Horden mit ihren Zaubern in Schach zu halten, aber Roland, der herangeritten ist, um zu helfen, wird von einer Horde aus zwei Ungors und einem weiteren seltsamen Kobold angegriffen.

Schließlich fallen sie alle Rolands Schwert zum Opfer, der letzte Kobold flieht, und unsere Helden stehen triumphierend da! In der Gewissheit, dass die Horde (was von ihr übrig ist) sich vollständig zurückgezogen hat und das Schlachtfeld ihnen gehört, beginnt die Gruppe, die erschlagenen Tiermenschen zu plündern. Sie sammeln auch grausame Trophäen als Beweis für die Anzahl der Tiermenschen, die sie getötet haben. Wegen des Kopfgeldes.

 

Nachbetrachtung

Das lief ja sehr, sehr gut. Ich habe gelesen, dass das Szenario „Through the Badlands“ aus dem Regelwerk (das wir das letztes Mal gespielt haben) vor allem für Anfänger ziemlich schwierig ist und dass es nicht die beste Wahl für das erste Spiel  für Neulinge ist. Nun, es fühlte sich sicherlich härter an als dieses („Orcs and slippery Stones“). Ungors/Goblins sind nette Gegner. Vor allem, wenn ein fettes Kopfgeld auf sie ausgesetzt ist. In diesem Szenario haben wir echt einen Haufen Geld verdient.

Sicherlich genug, um noch ein paar Ersatzbogensehnen zu kaufen. Yorimasu hatte in diesem Spiel ein bisschen Pech. Okay, der Ungorbogenschütze hat einen Glückstreffer gelandet. Geschenkt. Die Falle und der Skorpion hingegen waren ärgerlich. Na ja, es kann immer etwas schief gehen. Das kann man wohl als Lehre aus dem Ganzen mitnehmen.

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Und diesmal ist eigentlich bemerkenswert wenig schief geganegn. Und wir sind endlich aus diesem Wald heraus. Das tut gut.

Kampagnenphase

Die Gruppe belädt Rolands Schlachtross mit so viel Beute, minderwertigen Waffen und abgetrennten Tiermenschenköpfen (die erschlagenen Goblins bekommen Tannenzapfen an den Kopf genagelt, damit sie wie Tiermenschen aussehen), dass der Adlige zu Fuß gehen muss. Nichtsdestotrotz kommen die Helden vor Einbruch der Nacht im Dorf an, verkaufen die ganze schöne Beute und treffen den Schreiber des Bürgermeisters. Er zahlt eine ansehnliche Summe Geld für die erschlagenen Tiermenschen, ist aber nicht glücklich darüber, dass die Helden nur einen bis zum Rand gefüllten Sack mit abgetrennten Köpfen auf seinem Schreibtisch liegen lassen.

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Quelle: http://dndspeak.com/2019/06/100-secrets-a-hamlet-or-village-conceals-from-outsiders/

Da die Zeit drängt (die Läden schließen bald!), gibt Tasha Roland sehr, sehr genaue Anweisungen und schickt ihn, um eine Zauberrolle für sie zu kaufen. Sie selbst bereitet inzwisczhen das Ritual zum Erlernen des Zaubers vor. In der Zwischenzeit tut Prügler sein Bestes, Yorimasu zu überzeugen, auf eine Sauftour zu gehen, scheitert aber. Der Meisterbogenschütze findet einen kleinen Schrein, der seinen Göttern gewidmet ist, und meditiert, um Klarheit für seine Mission zu erlangen. Prügler stürzt sich in das lauwarme Nachtleben des Dorfes, findet aber schnell eine Gruppe von Nachtschwärmern, mit denen er herumhängen und Geld ausgeben kann.

Roland von Metternich sucht die Händler auf, um die Waffen der Tiermenschen zu verkaufen und kauft eine Schriftrolle: Todeswolke für Tasha. Diese reißt ihm bei seiner Rückkehr die Schriftrolle sofort aus den Händen und studiert sie genau. (Sie bezahlt die XP-Kosten und lernt den Zauber). Yorimasu wählt die Aktion Worship, was ihm einen kleinen Aktivierungsbonus für das nächste Spiel verschafft. Prügler macht von der Möglichkeit Gebrauch, Mingle with Courtensans und Carousing zu kombinieren. Entgegen aller Wahrscheinlichkeit fängt er sich keine Krankheiten ein, erhält einen Bonus auf die erste Runde der Aktivierungswürfel des nächsten Spiels und leidet nicht einmal unter einem allzu schlimmen Kater.

 

Ich hoffe, dass euch dieser Spielbericht gefallen hat. Nächstes Mal geht’s weiter mit den Abenteuern von Rolands Rabauken!

6 Gedanken zu „Sellswords & Spellslingers: In der Falle!

  1. Toller Spielbericht.. wie immer mit dem Highlight das eine gute alte Bekannte erschienen ist. Was sie wohl mit dem Goblin wollte? Als was für ein Monster habt ihr den Goblin gespielt?
    Habt ihr vor dem Spiel Bogensehnen dabei gehabt? Oder spielt ihr immer so dass die Schützen ihre Bögen reparieren können?

    Ich freue mich schon auf die Fortsetzung

    1. Ha, schön zu sehen, wie die Tabletopwelt-Community hier rüberschwappt. 😀

      Besten Dank.
      Ja, was weiß man was die Geister der Toten so vorhaben. Vielleicht wollte sie den Goblin als Gefäß verwenden und reinschlüpfen, so dass sie wieder rummarschieren kann?

      Ansich ist das Szenario so angelegt, dass die Gegner Orks und Goblins sind. Ich hab weder das eine, noch das andere in ausreichener Menge, also verwenden wir Tiermenschen-Gors als Orks und Ungors für Goblins. Das Ding ist, dass ich leider auch nicht viele Ungormodelle hab. 😀 Deswegen mussten wir bisschen tricksen und ich hab die beiden Goblins die ich hab aufgestellt. Natürlich könnte man recht leicht Regeln für Fanatics machen (sowas wie DL5, Loner, wenn sie sich einem Spielercharakter auf 6″ nähren beginnen sie sich zu drehen, bewegen sich von dem Zeitpunkt an in zufällige Richtung, kommen sie auf 2″ an irgendwelche Modelle ran, führen sie eine Attacke durch, die 2 Schaden macht, kommen eigene Modelle oder Gelände in Kontakt werden beide zerstört, …. irgendsowas in die Richtung.).

      Die Bogensehnen hatte ich ansich nicht dabei, u.a. weil ich vergessen hatte, dass es die Regel in Sellswords&Spellslingers auch gibt. Dachte, das sei nur ein Song of Blades and Heroes Ding. 😀 Das haben wir on-the-fly dann so geregelt, dass er 3 Ersatzsehnen dabei hat.

      1. Gute Idee den Fanatic darzustellen! Das gefällt mir an dem System auch so gut: Es lassen sich sehr einfach wunderbare Abenteuer erstellen.
        Wann gibt es das Nächste? 😃

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